GLOSSAR

 

Advertorial


In deutschen Medien gilt grundsätzlich eine Trennung von redaktionellen Inhalten und bezahlten Werbeinhalten. Ein Advertorial ist eine Mischform: dieses ist bezahlter Content, der im grafischen und textlichen Stil eines redaktionellen Beitrages gestaltet ist – in Zusammenarbeit mit der Redaktion selbst. Der Vorteil gegenüber der klassischen Werbeanzeige ist es, dass der Leser ein größeres Vertrauen und eine höhere Wahrnehmung für die Information zeigt. Ein Advertorial muss als „Anzeige“ kenntlich gemacht werden.




AE-Rabatt


Der AE-Rabatt, oder auch Agenturprovision ist eine Vergütung der Verlage für Werbe- oder PR-Agenturen. Für die Vermittlung von Anzeigen oder Advertorials erhalten Agenturen einen Rabatt in Höhe von 10 und 15 Prozent des Auftragsvolumens. Die Abkürzung AE steht für Annoncen-Expedition, einer alten Bezeichnung für Agenturen, die Werbung vermittelten.




Agenda Setting


Agenda Setting bezeichnet das planmäßige und strategische „Setzen“ von Themenschwerpunkten. Relevante Themen und Botschaften für die jeweiligen Zielgruppen werden von der PR aufbereitet und gezielt über Tageszeitungen, Magazine, Radio, TV oder Online kommuniziert. Grundgedanke des Agenda Settings ist die These von Bernard C. Cohen (1963), dass die Massenmedien zwar keinen großen Einfluss auf das haben, was die Menschen denken, aber auf das, worüber sie sich Gedanken machen. Publikationshäufigkeit, Aufmachung und Platzierung der Themen beeinflussen nachhaltig die gesellschaftliche Relevanz von Themen.




Barter Deal


Ein Barter-Deal ist ein Tauschgeschäft von Waren oder Dienstleistungen ohne Geldfluss. Im Rahmen der PR geht es um die freie Überlassung von Waren für z.B. Gewinnspiele, den Austausch von Inhalten (Content) in Blogs oder um wechselseitige Verlinkung von Websites zur SEO-Optimierung.




Boilerplate


Die Boilerplate (auch Abbinder genannt) ist ein Textkasten am Ende einer Pressemitteilung mit einer Kurzfassung des Unternehmensporträts mit den wichtigsten Zahlen und Fakten.




Blogger Relations


Blogger Relations bezeichnen die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit, die den Dialog zwischen Blogger*innen und Firmen herstellen. Blogger Relations erfordern eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten des Blogs und Individualität in der Ansprache der Blogger*in. Themen und Inhalte im Internet gemeinsam mit Blogger*innen zu kommunizieren hat den Vorteil, dass diese persönlicher, emotionaler und fachspezifischer berichten und so glaubhafte Multiplikator*innen für Inhalte und Influencer*innen für (Kauf-) Entscheidungen sind.




Clipping


Das ist ein Beleg über eine Veröffentlichung in Tageszeitung, Magazin, Radio, TV oder Online. Gefunden werden die Clippings anhand festgelegter Suchbegriffe (z.B. Markenname, Produktname, Person o.ä.). Im Rahmen einer Medienbeobachtung (wird oftmals von spezialisierten Agenturen übernommen) können die Clippings in einer regelmäßigen Clipping-Analyse oder einem Pressespiegel ausgewertet werden. Betrachtet werden dabei verschiedene Faktoren: Anzahl der Artikel, Reichweite – also Anzahl der erreichten Kontakte (Leser*innen/Hörer*innen/Zuschauer*innen), Art und Erscheinungshäufigkeit des Mediums, Tonalität der Veröffentlichung etc.




Corporate Design


Der Begriff Corporate Design (CD) bezeichnet das visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens oder einer Organisation. Dazu gehören die Gestaltung der Kommunikationsmittel (Farben, Schriften, Logo, Geschäftspapiere, Werbemittel, Verpackungen, Internetauftritt etc.) als auch das Produktdesign.




Corporate Publishing


Corporate Publishing ist die journalistische Ausarbeitung und Veröffentlichung von Unternehmenspublikationen wie Kundenmagazine, Mitarbeiterzeitungen oder Messejournale. Die Redaktion kann intern oder extern von einer Agentur übernommen werden. Die Publikationen werden kostenlos an die jeweiligen Zielgruppen (Mitarbeiter*innen, Kund*innen, Interessierte, Partner*innen) verteilt und dienen der Information, Unterhaltung und Bindung an das Unternehmen.




Event-PR


Event-PR umfasst zum einen Veranstaltungen und Ereignisse, die zum Zweck der Medienberichterstattung inszeniert werden, wie Pressekonferenzen, Pressereisen, Pressefrühstück etc. Zum anderen sorgt Event-PR für die mediale Aufmerksamkeit von öffentlichen Veranstaltungen – Eröffnungsfeiern, Kulturveranstaltungen, Kongresse, Preisverleihungen u.v.m.




Imagebroschüre


Eine Imagebroschüre ist eine im Corporate Design des Unternehmens gestaltete Publikation (gedruckt und/oder digital), mit der sich das Unternehmen nach innen und außen präsentiert. Mit einem Überblick über das Leistungs- und Produktportfolio sowie die Unternehmenskultur sollen Mitarbeiter*innen und bestehende Kunden an das Unternehmen gebunden und neue Kunden und Partner für eine Zusammenarbeit gewonnen werden.




Interview


Ein Interview ist eine Befragung von Entscheidern aus dem Unternehmen durch Journalist*innen, bei der Informationen zu bestimmten Themen oder Sachverhalten aus erster Hand kommuniziert werden. Bei TV, Hörfunk und Online-Interviews werden Ton und Videoaufnahmen erstellt. Interviewaussagen werden direkt zitiert. Zur Vermeidung falsch verständlicher Aussagen bieten sich àMedientrainings für die Unternehmensentscheider*innen an.

Ein Interview gibt ein Gespräch wieder. Man unterscheidet drei Formen: das sach-, das personen- und das meinungszentrierte Interview. In einem sachzentrierten Interview geht es um Sachverhalte, die von einem Experten erläutert werden. In einem personenzentrierten Interview geht es um eine bestimmte Person und bei einem meinungszentrierten Interview richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Meinungsäußerung zu einem bestimmten Thema.




Kommentator*in


Ein*e Kommentator*in ist einerseits ein*e begleitende*r Sprecher*in, der ein Geschehen in einem aufgezeichneten TV- oder Online Beitrag oder einer Live-Sendung aus dem Hintergrund beschreibt und erklärt.

In einer zweiten Bedeutung ist ein Kommentator ein Redakteur*in, der eine persönliche Meinung vertritt und zu einem bestimmten Thema eine definierte Position einnimmt. Ein Kommentar (= Beitrag eines/einer Kommentators/Kommentatorin) wird in Nachrichtenmagazinen als Kontrast zum weitgehend neutralen Nachrichtensprecher eingesetzt, um ein relevantes Thema auch emotional zu vermitteln.




Kommunikationskonzept


Das Kommunikationskonzept ist die Basis für eine strategische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Es ist die Planung der unterschiedlichen PR-Instrumente für einen festgelegten Zeitraum. Es definiert Ziele, Zielgruppen, Aufgabenstellungen, Botschaften, Maßnahmen, Kommunikationskanäle, Budget.




Kommunikationskanal / Multi-Chanel-Kommunikation


Ein Kommunikationskanal ist ein Übertragungsweg für Informationen. In der PR sind das: Print (Zeitschriften, Zeitungen, Bücher), TV, Hörfunk, Online (z.B. die eigene Website, journalistische Websites, Podcasts) und Social Media (Blogs, Foren, Facebook, Twitter, etc.). Abhängig von den Zielgruppen und den Botschaften werden die Kommunikationskanäle ausgewählt und der der Content für den jeweiligen Kanal aufbereitet: Texte, Bilder, Grafiken für Pintmedien, zusätzlich Videos für TV und Online, kurze Posts für Social Media usw. Die Inhalte sollten maßgeschneidert für den jeweiligen Kanal sein. Werden Informationen über verschiedene Kommunikationskanäle vermittelt, spricht man von einer Multi-Chanel-Kommunikation.




Korrespondent*in


Korrespondent*innen sind Journalist*innen, die für ein bestimmtes Gebiet oder Land verantwortlich sind und von dort Informationen, Bilder, Videos, Interviews für die Redaktion liefern. Oft arbeiten Korrespondent*innen mit mehreren Redaktionen gleichzeitig zusammen.




Krisenkommunikation


Krisenkommunikation (auch Krisen-PR) unterstützt das Unternehmen bei der Bewältigung von Krisen und Konflikten, die das Vertrauen von Kund*innen, Geschäftspartner*innen oder Investor*innen gefährden. Ziel ist die Bewahrung der Glaubwürdigkeit und des Vertrauens in das Unternehmen durch möglichst rasches, transparentes und zweckmäßiges Handeln. Anlässe für Krisenkommunikation sind vielfältig: Lebensmittelskandale, Störfälle, Streiks, Insolvenzen, Produkt-/Qualitätsmängel, Managementfehler, Untersuchungen der Polizei oder des Finanzamtes, negative Kommunikation durch enttäuschte Mitarbeiter*innen oder Wettbewerber*innen u.v.m.




Medienäquivalenzwert


Der Medienäquivalenzwert, auch Anzeigenäquivalenzwert (AÄW) oder Werbegegenwert genannt, misst den Wert eines Clippings im Vergleich zu einer gleichgroßen kostenpflichtigen Anzeige. Dieser soll Auskunft geben, was hätte bezahlt werden müssen, wenn man den redaktionellen Beitrag in Form einer Anzeige gekauft hätte. Zur Berechnung gibt es verschiedene Formeln, in die unterschiedlichste Faktoren einfließen – Länge des Beitrags, Tonalität, Exklusivität des Themas, Bild, etc.




Medientraining


Medientraining ist eine Weiterbildung für Mitarbeiter*innen des Unternehmens zur Vorbereitung von öffentlichen Auftritten, Pressekonferenzen und Interviews. Zielgruppen sind Unternehmenssprecher*innen, Vorständ*innen, Geschäftsführer*innen oder andere Führungskräfte. Inhalte des Medientrainings sind Rhetorik, Gestik und Mimik. Es wird geübt, wie man journalistische Fragen in kurzer, unmissverständlicher und souveräner Form im Unternehmensinteresse beantwortet.




Moderator*in


Ein Moderator vermittelt Hörern und Zuschauer im Radio und TV das Programm und lenkt einen Beitrag oder ein Interview inhaltlich. In Sendungen oder Diskussionen baut ein Moderator Brücken zwischen Beiträgen, steuert das Gespräch und vermittelt zwischen den Gesprächspartnern und sorgt durch gezielte Fragen für ein Fortgang des Themas. Je nach Sendung ist ein Moderator nicht unbedingt neutral, sondern nimmt zum Thema eine Position ein.




Multiplikator*innen


Multiplikator*innen sind Personen, die PR-Botschaften aufgrund ihres Bekanntheits- bzw. Glaubwürdigkeitsgrads verbreiten. Dazu gehören Journalist*innen ebenso wie Personen des öffentlichen Lebens oder Blogger*innen, YouTuber*innen und andere Influencer*innen in den Sozialen Medien.




Nachrichtenagentur


Nachrichten- und Presseagenturen sind journalistische Dienstleistungsunternehmen. Sie bereiten aktuelle Nachrichten über das Weltgeschehen redaktionell und multimedial auf und bieten diese als fertige Meldung mit Text und Bild oder als Videomaterial den Medien zum Kauf an. Weltweit gibt es rund 140 Nachrichtenagenturen. Die drei größten globalen Nachrichtenagenturen sind Associated Press (AP), Thomson Reuters aus New York City, sowie der Agence France-Presse (AFP) aus Paris. In Deutschland ist die Deutsche Presse-Agentur (dpa) Marktführer, in Österreichs die Austria Presse Agentur (APA), in der Schweiz die Schweizerische Depeschenagentur (SDA). Die Bedeutung von Nachrichtenagenturen für die weltweite Informationsverbreitung ist hoch: Mit Ausnahme von Meldungen eigener Korrespondent*innenen beziehen, Zeitungen, TV- und Radiosender, sowie Online-Medien sämtliche Nachrichten von Nachrichtenagenturen. Nachrichtenagenturen selektieren, klassifizieren und redigieren Informationen und entscheiden somit, welches Ereignis globale Aufmerksamkeit erhält.




Online-Redaktion


Online-Redakteur*innen recherchieren und erstellen Beiträge für das Internet. Neben sprachlichen Fähigkeiten benötigen Online-Redakteur*innen Kenntnisse im Erstellen von Webseiten, Wikis und Blogs sowie im Umgang mit diversen Social-Media-Kanälen und mit Content Management Systemen. Online-Redaktionen arbeiten sehr schnell und bringen aktuelle Meldungen in kurzer Zeit ins Internet.




Pressemailing / Pressenewsletter


Ein Pressemailing ist der Versand von Presseinformationen per Post, Fax oder E-Mail an ausgewählte Journalist*innen (Verteiler). Teil dieser Presseinformationen können auch Imagebroschüren, Lookbooks, Flyer etc. sein. Regelmäßige Pressemailings, die im HTML-Format mit Downloadlinks für Bilder und Informationen als E-Mail versendet werden, bezeichnet man auch als (Presse-)Newsletter.




Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Öffentlichkeitsarbeit dient der Pflege der Beziehungen zwischen Unternehmen, Personen oder Institutionen und einer für sie relevanten Öffentlichkeit. Der Fokus liegt auf der Imagebildung sowie der Steigerung der Bekanntheit und dem Aufbau einer nachhaltigen Kundenbindung. Pressearbeit ist ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit, bei dem Informationen über ausgewählte Themen gezielt an Journalist*innen von Zeitungen, Zeitschriften, TV, Radio oder Online-Medien verbreitet werden, um eine positive Berichterstattung zu erzielen. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kann für folgende Bereiche erfolgen:

  • Unternehmens-PR
  • Produkt-PR
  • Personality-PR
  • Public Affairs (Öffentlichkeitarbeit zu gesellschaftlichen und sozialpolitischen Themen)

Im Vergleich zur Werbung ist die Steigerung des Abverkaufs von Produkten und Dienstleistungen kein direktes Ziel, sondern ein positiver Nebeneffekt bei guter, langfristiger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.




Pressemitteilung


Mit einer Pressemitteilung, auch Presseinformation oder Pressetext, werden die Medien über Produkte, Neuigkeiten oder Dienstleistungen eines Unternehmens informiert zum Zweck der Veröffentlichung. Pressemitteilungen orientieren sich an journalistischen Kriterien und folgen daher einer bestimmten Form: ein einleitender Abschnitt fasst die wichtigsten Informationen zusammen, so dass Journalist*innen schnell den Inhalt erfassen und den Text von hinten kürzen können. Im Text erfolgt die Beantwortung der W-Fragen Wer, Wo, Wann, Was, Wie, Warum. Dabei wird sachlich und nur mit belegbaren Tatsachen argumentiert. Je professioneller und glaubwürdiger eine Pressemitteilung verfasst ist, desto größer ist die Chance auf eine journalistische Verwertung.




PR-Bild / Pressebild


Neben informativen und interessanten Pressetexten lebt die PR von Bildern. PR-Bilder sollen informativ und lebendig sein und das Image des Unternehmens, des Produkt oder der Person transportieren. PR-Bilder haben eine hohe Qualität und werden gedruckten Medien wie Zeitungen und Zeitschriften in 300dpi angeboten. Für Online-Medien reicht eine Auflösung von 72 dpi. Zu jedem Bild gehört eine Bildunterschrift (BU) mit den Kerninformationen (Produktname, kurze Beschreibung, Namen der abgebildeten Personen) und einem Hinweis auf die Bildrechte, z.B. Name von Fotograf*in.




Presseverteiler


Ein Presseverteiler ist eine Liste der E-Mail- oder auch Post-Adressen von Journalist*innen oder Medienredaktionen. Beim Presseverteiler ist Qualität wichtiger als Quantität: Entscheidend sind dabei der möglichst direkte Kontakt zu den Journalist*innen sowie die thematisch genaue Zuordnung zwischen passenden Journalist*innen und Inhalt der Pressemitteilung.




Print-Medien


Gedruckte Medien lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen:

  • Zeitungen erscheinen periodisch (Tageszeitung, Wochenzeitung) und informieren über aktuelles Geschehen. Typische Ressorts sind Politik, Sport, Wirtschaft, Lokales und Kultur/Feuilleton.
  • Zeitschriften/Magazine erscheinen periodisch, aber in größeren Abständen als Zeitungen (wöchentlich, 14-tägig, monatlich, etc.) und widmen sich speziellen Themen. In der Gestaltung weisen Zeitschriften einen hochwertigen Farbdruck, eine feste Bindung und ein Titelblatt mit hohem Wiedererkennungswert auf. Man unterscheidet Zeitschriften nach ihren Zielgruppen/Leser*innen in:
    • Publikumszeitschriften, auch Publikumspresse genannt, wenden sich mit populären Inhalten an breite Zielgruppen. Sie werden in der Freizeit zur Unterhaltung und Orientierung gelesen. Zu den Publikumszeitschriften gehören Frauenzeitschriften, Wirtschaftsmagazine, Jugendmagazine, Wohnzeitschriften, Stadtmagazine u.v.m.
    • Fachzeitschriften, auch Fachpresse genannt, wenden sich mit Inhalten zu einem bestimmten Fachgebiet an berufsmäßig oder fachlich interessierte Leser*innen. Fachmagazine gibt es für alle Themen, besonders in den Bereichen Handel & Wirtschaft, Technik, Computer, Marketing, Wissenschaft, Medizin.




Print-Redaktion


Redakteur*innen im Printbereich schreiben Artikel für Tageszeitungen, Magazine oder Broschüren mit regelmäßigen Erscheinungsterminen – z.B. täglich, wöchentlich oder monatlich. Auswahl der Fotos, Bildbearbeitung, Layout sowie die Abstimmung mit der Druckerei werden von der Bildredaktion übernommen.




Radio-Redaktion


Radioredakteur*innen haben ein gutes Sprachgefühl und eine angenehme Sprechstimme. Sie sprechen oft live, ohne dass Korrekturen möglich sind. Ein technisches Know-How über digitale Produktionstechniken ist ebenfalls notwendig.




Redaktion


Eine Redaktion ist die Abteilung bei einem Verlag, einer Zeitung, einer Zeitschrift, einem Radiosender, einem TV-Sender oder einem Online-Medium, die journalistisch arbeitet und Informationen für eine Veröffentlichung aufbereitet. Spezialisierte Unterabteilungen in der Redaktion werden Ressorts genannt. Größere Redaktionen teilen die Ressorts nach Themen (Sport, Politik, Kultur, …) und Funktionen (Textredaktion, Bildredaktion, Terminredaktion) auf. Eine Redaktion wird von einem Chefredakteur*in geleitet. Der/die Chef*in vom Dienst (CvD) ist zuständig für die Koordination der Redaktion sowie Abstimmung von Druck, Anzeigenabteilung, Terminplänen und Wochenenddienst. Neben den fest angestellten Journalist*innen arbeiten in einer Redaktion auch freie Journalist*innen und Volontär*innen (Journalist*innen in der Ausbildung).




TV-Redaktion


TV-Redakteure arbeiten mit Videomaterial. Die journalistische Arbeit reicht von der Recherche über die Planung und Durchführung des Drehs bis hin zum Schnitt und der Tonbearbeitung. TV-Journalist*innen arbeiten im Team mit unterschiedlichen Zuständigkeiten (Redaktion, Ton, Kamera, Schnitt).




Bericht


Ein Bericht ist eine längere Nachricht und stellt einen Sachverhalt oder ein Geschehen im Zusammenhang dar. Ein Bericht enthält keine subjektive Wertung des Autors. Neben detaillierten Einzelheiten kann ein Bericht Hintergrundinformationen, Urteile, längere Zitate oder Einschätzungen von Beteiligten enthalten.




Kurzmeldung


Eine Kurzmeldung gibt ein Ereignis oder einen Sachverhalt in knapper Form – meist 2- 3 Sätze – wieder. Dies können in einer Zeitung ein einspaltiger Artikel, kurze Nachrichtenblöcke oder auch Laufschrift im Fernsehen sowie Nachrichtenmeldungen in Hörfunk sein.




Nachricht


Eine Nachricht gibt wichtige Ereignisse und Sachverhalte in kompakter Form wieder und beantwortet dabei die W-Fragen (Was? Wer? Wo? Wann? Wie? Warum?). Eine Nachricht stellt objektiv überprüfbare Inhalte dar und ist frei von subjektiven Einflüssen.




Reportage


Eine Reportage ist ein längeres Format. Ein Reporter berichtet von einem Ereignis, das er selbst vor Ort miterlebt hat. Im Vergleich zu einer Nachricht ist eine Reportage durch das narrative Wiedergeben von Erlebnissen und Eindrücken emotionaler als eine Nachricht, auch wenn der Reporter auf Wertungen oder persönliche Kommentare verzichtet.




Feature


Ein Feature behandelt ein Thema, das mithilfe konkreter erzählerischer Beispiele verdeutlicht wird. Sachverhalte werden durch kleine Geschichten, Szenen und Zitate erklärt. Features haben eine bildhafte Sprache und einen dramaturgischen Aufbau.




Portrait


Ein Portrait ist eine detailreiche Darstellung einer bestimmten Person, einer Gruppe, eines Unternehmens oder einer Institution. Das Portrait ist eine Mischung aus Interview, Feature und Reportage.




Leitartikel


Ein Leitartikel ist eine meinungsorientiere Darstellungsform, die sich mit allgemeinen Entwicklungen befasst und die mehrheitliche Meinung der Redaktion wiedergibt. Im Leitartikel wird ein gesellschaftliches, politisches, wirtschaftliches, kulturelles oder auch sportliches Ereignis kommentiert.




Kommentar


Ein Kommentar ist ein Meinungsbeitrag zu einem Thema. Der Autor wird namentlich genannt. In einem Kommentar werden Hintergründe analysiert und erklärt sowie die Meinung des Autors argumentativ belegt. Ein Kommentar soll die Leser/Hörer/Zuschauer anregen, sich eine eigene Meinung zu bilden.




Kritik / Rezension


In einer Kritik oder Rezension werden neu erschienene Objekte eines bestimmten Themenfeldes vorgestellt und bewertet. Dies können wissenschaftliche Arbeiten, kulturelle Werke wie Bücher oder Musikalben aber auch Gebrauchsgegenstände sein. Diese werden anhand fachgemäßer Normen analysiert und beurteilt.




Glosse


Eine Glosse ist ein kurzer und oft komischer, satirischer oder polemischer, journalistischer Meinungsbeitrag. Stilmittel wie überraschende Überschriften, Wortspiele, Übertreibungen, Ironie und eine Pointe zum Schluss geben der Glosse ihren unterhaltenden Charakter.




Kolumne


Eine Kolumne ist ein kurzer Meinungsbeitrag, der sich über nicht mehr als eine Zeitungsspalte erstreckt. Viele Kolumnen erscheinen regelmäßig an gleicher Stelle mit gleichem Titel. Bei Zeitungen sind Kolumnen ein wichtiges Traditions- und Kundenbindungsmotiv für die Leser. Kolumnisten (= Autoren von Kolumnen) gehören zu den bekanntesten Journalisten.




Essay


Ein Essay ist ein journalistischer Meinungsbeitrag, in dem wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden. In einem Essay entwickelt der Autor seine Gedanken vor den Augen des Lesers. Stilmittel sind erzählerische Leichtigkeit, Verständlichkeit und Humor. Jeder neue Begriff wird eingeführt und vorgestellt. Handlungen werden chronologisch erzählt und Zitate gekennzeichnet.




Aufmacher


Ein Aufmacher ist in einer Zeitung oder Zeitschrift ein auf der Titelseite besonders hervorgehobener Artikel. Durch die Platzierung in der oberen Hälfte der Seite, große Überschriften und in Kombination mit einem Bild erregt ein Aufmacher das Interesse und die Kaufbereitschaft der Leser*innen. Im Fernsehen wird der erste Beitrag einer Nachrichtensendung oder eines Magazins ebenfalls als Aufmacher bezeichnet. Online verweist ein Aufmacher mit Bild und Text auf eine Folgeseite mit dem wichtigsten aktuellen Beitrag.




Ressort


Ein Ressort ist ein Teil einer Zeitschriften- oder Zeitungsredaktion, der eigenverantwortlich ein festgelegtes Themengebiet bearbeitet. Die fünf klassischen Ressorts einer Tageszeitung sind: Politik, Wirtschaft, Kultur, Lokales und Sport. Weitere Ressorts können sein: Auslandsressort, Vermischtes, Reise, Wissenschaft, Bildung, Technik, Mode oder Kinder. Seit den 2000er Jahren werden die Ressorts zunehmend aufgelöst und durch ressortübergreifende Zusammenarbeit am Newsdesk ersetzt.




Ressortleiter*in


Der/die Ressortleiter*in organisiert und verantwortet sein Ressort, delegiert die Aufgaben an seine Redakteur*innen und achtet auf die Termineinhaltung. Der/die Ressortleiter*in prüft als verantwortlicher Redakteur die Artikel seines Teams auf Inhalt und Stil bevor diese in den Druck gehen oder online veröffentlicht werden. Mit den Redakteur*innen des Ressorts entwickelt er/sie neue Ideen zu Themen und Konzepten und stimmt sich mit anderen Ressortleiter*innen in Redaktionskonferenzen ab.




Newsdesk


Newsdesk ist eine neue Organisationsform in Redaktionen von Zeitungen, bei denen die klassischen Ressorts aufgelöst werden und die Redakteure gemeinsam Themen und Nachrichten festlegen und platzieren. Ein Newsdesk kann mehrere Zeitungen des gleichen Verlagshauses sowie dessen Websites, TV- und Radiosendungen mit Nachrichten bedienen.




Newsroom


Als Newsroom bezeichnet man das Großraumbüro, in dem die Redakteur*innen des Newsdesks zusammenarbeiten. Newsroom und Newsdesk werden häufig synonym verwendet.




Mantel


Der Mantel – auch Mantelteil oder Mantelseiten genannt – ist der überregionale Teil einer Regionalzeitung. Diese Seiten einer Tageszeitung gruppieren sich (wie ein Mantel) um den Lokalteil. Zum Mantel gehören die Titelseite sowie die Ressorts Politik, Wirtschaft, Feuilleton, Vermischtes und Beilagen. Regional- oder Lokalzeitungen lassen sich Mantelseiten häufig von einer anderen, überregional erscheinenden Zeitung zuliefern.




Mantelredaktion


Die Mantelredaktion bearbeitet und erstellt überregionale Themen für Regionalzeitungen. Da viele Regional- und Lokalzeitungen heute nur noch eine eigene Lokalredaktion haben, kaufen Sie den überregionalen Teil zu oder betreiben zusammen mit anderen Zeitungen eine gemeinsame Mantelredaktion.




Rubrik


Rubriken sind feste Bestandteile einer Zeitung oder Zeitschrift und unterteilen die Ressorts weiter. Artikel einer Rubrik erscheinen regelmäßig unter dem gleichen Titel oder an der gleichen Stelle. Typische Rubriken sind: Impressum, Leserbriefe, Kommentare, Veranstaltung- oder Programmhinweise, Polizeiberichte.




Programmplanung


Programmplanung ist die Organisation und Festlegung der Sendungen und Inhalte im TV und Hörfunk mit dem Ziel die Hörer- und Zuschauer*innen an den Sender zu binden. Die Programmplaner*innen entscheiden, welche Beiträge gesendet oder ausgestrahlt werden. Eine langfristig angelegte strategische Programmplanung hat das Ziel, die den Sender bei den Zuschauer*innen als Marke zu definieren, während die kurzfristige operative Planung das vorhandene Programm reichweitenstark vermarktet.




CvD - Chef vom Dienst


Der Chef vom Dienst ist der leitende Redakteur einer Zeitung oder Zeitschrift und damit Schnittstelle zwischen Redaktion, Herstellung / Druck, Anzeigenabteilung und Chefredaktion. Der Chef vom Dienst ist für die zeitliche und inhaltliche Planung der Herstellung der Zeitung/Zeitschrift zuständig. Er/Sie überwacht den Redaktionsablauf und schreibt als erfahrener Redakteur teilweise Überschriften um bzw. kürzt oder verlängert Texte.




Schlussredaktion


Bevor ein Beitrag in einer Zeitung oder Zeitschrift in Druck geht, wird er in der Schlussredaktion nochmals kontrolliert und korrigiert: Der/die für die Schlussredaktion zuständige Redakteur*in prüft Text und Layout auf Fehler und stilistische Mängel und verbessert diese oder gibt den Artikel an den/die Redakteur*in zurück.




Chefredakteur*in


Der/die Chefredakteur*in ist Leiter*in aller Redaktionen und Ressorts einer Zeitung, Zeitschrift oder eines Online-Mediums. Er/Sie verantwortet und leitet die Gesamtredaktion publizistisch, organisatorisch und wirtschaftlich. Neben seinen journalistischen Aufgaben ist ein*e Chefredakteur*in für die Koordination der Redaktionen, das Budget, Personalentscheidungen, Projektverteilung sowie für repräsentative Aufgaben in der Öffentlichkeit zuständig.




Herausgeber*in


Der/die Herausgeber*in ist die Person oder Personengruppe, die bei der Gestaltung einer Zeitung, Zeitschrift, eines Buches oder einer wissenschaftlichen Arbeit die publizistische Richtlinienkompetenz innehat. Ein*e Herausgeber*in prägt als Persönlichkeit das Erscheinungsbild des jeweiligen Druckwerkes und soll dessen Qualität garantieren. Herausgeber können selbst Inhalte beitragen oder als pensionierte Chefredakteur*innen nur mit ihrem guten Namen das Verlagsprodukt repräsentieren.




Volontariat


Das Volontariat ist die praktische Ausbildung zum/zur Journalisten/Journalistin. Da jede Normierung journalistischer Berufszugänge als unvereinbar mit der Pressefreiheit gilt, ist das Volontariat im Vergleich zur Lehre nicht gesetzlich geregelt. Ein Volontariat dauert 12 bis 24 Monate, in denen der/die Volontär*in in den verschiedenen Redaktionen einer Zeitung, Zeitschrift oder eines TV- oder Radiosenders redaktionell tätig ist, Abläufe kennenlernt und sein journalistisches Handwerk erlernt.




Blattmacher*in


Blattmacher*in werden die Personen (Herausgeber, Chefredakteure, leitende Redakteure, etc.) genannt, die über Themen und Aufmachung einer Zeitung entscheiden. Die Zusammenstellung der einzelnen Seiten einer Zeitung wird als Blattmachen bezeichnet. Der/die Blattmacher*in entscheidet über Überschriften und formuliert die einleitenden Zeilen von Texten.